Negativwerbung einmal anders!

Kürzlich sprach alles von der viralen Cebu-Videowerbung mit den tanzenden Stewardessen. Jetzt macht der Billigfluganbieter, JetBlue mit einer gelungenen Werbeinitiative von sich reden.Seit Mitte letzten Monats fährt die Airlines nämlich eine originelle Kampagne, mit dem geschickt-doppeldeutigen  Titel: „You Above All“. Sie konzentriert sich darauf, den Gegensatz zwischen den eigenen Stärken und den Unzulänglichkeiten der Wettbewerber herauszustellen.Die online Video-Komponente der Kampagne präsentiert sich durchweg im versteckten Kamera-Modus.

Ein Spot richtet sich gegen die überzogene Gepäckspreispolitik der meisten Fluggesellschaften und zeigt, wie ein Fahrgast reagiert, wenn er im Taxi für sein Gepäck zahlen soll.

Der zweite Spot nimmt die engen Sitzplätze der meisten Airlines aufs Korn nimmt, wiederum mittels Analogie mit einer Taxifahrt. Sehen Sie hier:
Schließlich amüsiert auch das Video, dass die vielen Flug-Stopps der populären Airlines mit einer ständig unterbrochenen Aufzugsfahrt vergleicht:

Die Aktion von JetBlue passt, weil sie, im Gegensatz zu den meisten gängigen Negativwerbungen, weder vulgär noch gehässig, sondern ausgesprochen subtil, wirkt. Es werden keine Namen genannt. Tja, es wird nicht einmal von anderen Fluggesellschaften gesprochen. Trotzdem könnten die Botschaften nicht klarer formuliert, die Pfeile nicht präziser ausgerichtet sein. Betrachter merken sofort, worum es geht, erkennen ihre eigene Frustration, ob der genannten Probleme wieder und werden sich wohl verstärkt an JetBlue erinnern, wenn sie demnächst einen Flug buchen.

Keine Frage: das Airline-Marketing ist im Umbruch. Die traditionellen Fluggesellschaften, die immer noch harmonische Bildlein von stolzen Fliegern in magischen Höhen bevorzugen, müssen sich wohl eine Scheibe von ihren aggressiven, kleineren Wettbewerbern abschneiden.

Aus der Marketing-Metropole New York:
Yvette Schwerdt

Author: y.schwerdt

Yvette Schwerdt ist Expertin für internationales Marketing mit dem Schwerpunkt Deutschland/Amerika. Sie leitet MADE-to-MARKET , New York. Die Agentur unterstützt Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen, die in Deutschland Geschäfte machen. In ihren Artikeln, Kolumnen und Vorträgen, referiert Yvette Schwerdt über interessante, lehrreiche Marketing News.

2 thoughts on “Negativwerbung einmal anders!”

  1. Danke nach NYC für diesen bereichernden Beitrag und die sehr gelungenen, echt amüsanten Beispiele…ja vor allem auch die deutschen Flugggesellschaften könnten sich davon mal eine ganz, ganz dicke Scheibe abschneiden … ein Trauerspiel was da an Kommunikation stattfindet – ideenloser und langweiliger geht es ja kaum noch!

    Na ja immerhin ist die Deutsche Bahn dieser Tage auf den Viraltrichter für Ihr Chefticket gekommen … ausgerechnet denken Sie jetzt?! Ja, ja aber vielleicht gelingt so der längst überfällige Aufbruch ins Onlinevideo-Zeitalter auch in Deutschland.

    Doch für den braucht es Mut, Risikobereitschaft und markftorschungsfreie Zonen – diese Eigenschaften sind ja bekanntlich in den meist noch Offline geprägten deutschen Unternehmen leider noch Mangelware.

    Schauen wir mal 😉 na – wer traut sich?

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *