Der Storyteller ist tot. Es lebe die Story. In Memoriam Steve Jobs

Eigentlich wollte ich heute über weitere Highlights von der IAB MIXX-Veranstaltung und ihrem Hauptthema, nämlich der Macht einer guten Story, berichten. Dann kam aber die traurige News vom Ableben Steve Jobs, und mir war klar, dass es jetzt keine mächtigere und auch keine bessere Story gibt, als die des verstorbenen Technovisionärs. Steve Jobs ist tot, seine Geschichte aber lebt weiter. Und zwar nicht nur, weil er ein Meistererzähler war, wie nachstehendes Video eindrucksvoll beweist. Auch nicht, weil er selbst, bereits zu Lebzeiten, zur Legende geworden ist. Sondern, weil er Millionen Menschen rund um die Welt befähigt hat, die Story, die er ersann, weiterzuentwickeln.

 

Steve Jobs hat es verstanden, Apple nicht nur als Symbol intuitiver Funktionalität und puristischer Ästhetik zu etablieren, sondern auch eine einmalige emotionale Bindung, zwischen der Marke und ihren Nutzern aufzubauen. Der Beweis: Jeder hat eine persönliche Apple-Story, die er nun gerührt zum Ausdruck bringt. Mein Mann erzählt beim Frühstuck von einer schicksalshaften Business-Erfahrung mit dem Apple-Konzern. Der Fernsehmoderator beschreibt im Morgenmagazin, wie eine iPad-App seinem dreijährigen Sohn geholfen hat, sprechen zu lernen. Und ein Kunde erwähnt am Telefon, dass er seine kometenhafte Karriere im Grunde einem Power Macintosh zu verdanken hat.

Steve Jobs hat mit seiner eigenen „American Dream“-Story unzählige Menschen inspiriert und sie mit dem Aufruf „Think Different“ Fans zu Höchtsleistungen motiviert. Er hat aber noch mehr getan. Er hat ihnen die Tools geliefert, mit denen sie nun ihre Geschichte aufzeichnen und weiterentwickeln können.

Viele bangen hierzulande, dass mit Steve Jobs die Ära der amerikanischen Pioniere zu Ende gegangen ist. Ich sehe das optimistischer. Und komme dabei, ganz kurz, doch noch auf die MIXX Konferenz zurück. Dort traten nämlich auch Führungskräfte von Facebook, Twitter und Google auf. Ihre Plattformen sorgen jetzt dafür, dass die inspirierende Kunde von Steve Jobs mit unzähligen Anekdoten, Tributen und Nachrufen nicht nur differenziert und atemberaubend schnell weitergeleitet, sondern auch kreativ fortgeführt wird.

Aus der Marketing-Metropole New York:
Yvette Schwerdt

Author: y.schwerdt

Yvette Schwerdt ist Expertin für internationales Marketing mit dem Schwerpunkt Deutschland/Amerika. Sie leitet MADE-to-MARKET , New York. Die Agentur unterstützt Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen, die in Deutschland Geschäfte machen. In ihren Artikeln, Kolumnen und Vorträgen, referiert Yvette Schwerdt über interessante, lehrreiche Marketing News.

3 thoughts on “Der Storyteller ist tot. Es lebe die Story. In Memoriam Steve Jobs”

    1. Danke für Ihr Feedback Mitch. Präsident Obama hat diesen Gedanken ebenfalls zum Ausdruck gebracht. Mir aber scheint, die zugegebenermaßen eingängige Formulierung wird dem Genius und dem Lebenswerk Steve Jobs nur teilweise gerecht.
      Sicher Apple-Produkte haben zahlreiche Menschen über das Ableben des Technovisionärs informiert. Sie haben aber noch viel Umfangreicheres geleistet. Sie haben in den letzen Jahre die Bereiche Information und Kommunikation komplett neu definiert. Will man das Leben und Wirken von Steve Jobs würdigen, so scheint es mir angebracht, seine Geräte nicht nur auf die Nachricht seines Todes zu reduzieren. Meinen Sie nicht auch?

      Viele Grüße aus dem Big Apple
      Yvette Schwerdt

  1. Jobs bleibt unvergessen – hat nicht nur mit Apple, sondern auch mit seinem Denken maßgeblich dazu beigetragen, die Welt zu revolutionieren.

    “Your time is limited, so don’t waste it living someone else’s life. Don’t be trapped by dogma – which is living with the results of other people’s thinking. Don’t let the noise of other’s opinions drown out your own inner voice. And most important, have the courage to follow your heart and intuition. They somehow already know what you truly want to become. Everything else is secondary.” (Steve Jobs)

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