Videowerbung im Vormarsch

Der Bereich Videowerbung feiert dieser Tage ungekannte Triumphe. In den USA sollen, laut jüngsten Erhebungen von comScore, allein im vergangenen Monat, 37 Milliarden Videoinhalte und 8,3 Milliarden Videowerbungen gesichtet worden sein. Mehr als 3,5 Milliarden Minuten haben Amerikaner im März auf Videowerbungen verwandt. In Sachen Werbefrequenz und –dauer firmierte Hulu an erster Stelle, dicht gefolgt von Google Sites, wie YouTube. Die Videonetzwerke BrightRoll,  Adap.tv und Specific Media folgten auf den Plätzen. Beobachter überlegen angesichts der jüngsten Zahlen nun, ob die Videowerbung ihrem TV-Pendant bald den Rang ablaufen wird?

Viele halten eine solche Entwicklung für wahrscheinlich. Obwohl: Zwischen TV und Videowerbung herrscht, rein zahlenmäßig, immer noch ein Riesengefälle. Amerikaner gucken im Schnitt mehr als 40 Stunden in der Woche TV; rund ein Viertel der Sendezeit ist Werbungen gewidmet. Mit anderen Worten: die Fernsehwerbung ist immer noch allgegenwärtig und wird so schnell auch nicht verschwinden. Tatsache ist aber auch, dass sie immer weniger Wirkung zeitigt, weil sie von zunehmend emanzipierten, „multitasking“ Zusehern einfach kurzerhand ausgeblendet wird.

Videowerbungen haben gegenüber ihre TV-Schwestern gleich mehrere Vorteile. Sie lassen sich, ob der günstigeren Austrahlung, inhaltlich länger gestalten. Sie können eine Story erzählen, die ganz allmählich Spannung aufbaut, die fasziniert und engagiert. Beispiel: die Werbung des Reisherstellers Bernas, von der ich an dieser Stelle berichtet habe. Sie lassen sich im Handumdrehen viral verbreiten und können damit ein globales Publikum ansprechen. Beispiel: Blendtec. Und sie wirken, selbst wenn sie verpflichtend sind, weniger aufoktroyiert als die klassichen TV-Spots. So hat beispielsweise Hulu ein System ersonnen, bei dem Zuseher die Werbung zwar nicht ausschalten, aber zumindest frei wählen können.

Videowerbung ist also weiterhin massiv im Vormarsch. Allein, TV und Video stehen nicht unbedingt im Gegensatz. Erfolgreichen Marketeers verstehen es, beide Plattformen synergetisch zu verbinden und einzusetzen, um ihre gemeinsame Wirkung zu maximieren.

Aus der Marketing-Metropole New York:
Yvette Schwerdt

Author: y.schwerdt

Yvette Schwerdt ist Expertin für internationales Marketing mit dem Schwerpunkt Deutschland/Amerika. Sie leitet MADE-to-MARKET , New York. Die Agentur unterstützt Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen, die in Deutschland Geschäfte machen. In ihren Artikeln, Kolumnen und Vorträgen, referiert Yvette Schwerdt über interessante, lehrreiche Marketing News.

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