Neue Studie: Mobile Marketing fördert Kundenengagement und online Vertrieb

Vor kurzer Zeit noch, waren selbst die werbefreudigsten Verbraucher sicher: Marketingbotschaften am Handy wären nervig und würden sich niemals flächendeckend durchsetzen können. Jetzt werden sie eines Besseren belehrt. Mobile Marketing schreitet mit Siebenmeilenstiefeln voran. Immer mehr Unternehmen setzen auf Tablets und Smartphones, um ihre Zielgruppen anzusprechen. Zu Recht, wie zwei aktuelle Studien — die eine vom Interactive Advertising Bureau, die andere von IBM —  beweisen. Demnach fördern mobile Geräte das Kundenengagement und werden bereits für 15% der online Einkäufe eingesetzt. Mehr als 70% der Smartphone- und rund 80% der Tablet-User nutzen ihre Geräte zum Shoppen. Letztere scheinen dabei übrigens spendierfreudiger. Jeder Fünfte gibt mehr als 50 US Dollar im Monat für mobile Einkäufe aus.

Das ist im Übrigen nur einer der vielen Unterschiede zwischen den Ergebnissen des mobile Marketings auf Handy und Tablet. Ein weiteres Beispiel:  Verbraucher reagieren zudem auch häufiger auf Tablet- als auf Handy-Werbungen. Trotzdem eignen sich offenbare beider Geräte ausgezeichnet für die professionelle Kundenansprache. Laut der IAB-Studie  interagieren rund die Hälfte der Tablet-User und immerhin noch ein Viertel der Handy-Besitzer zumindest einmal pro Woche mit mobilen Werbungen. Wer dann schon mal auf eine Werbung klickt, der ergreift in den meisten Fällen auch weitere Maßnahmen: 51% laden Coupons herunter, 49% informieren sich über ein Produkt, und ganze 46% kaufen gleich ein.

Im Punkto Werbeinhalt, scheinen Coupons das größte Interesse und die besten Resultate zu generieren. Aber auch mobile Produkt- und Markenwerbungen kommen gut an. In Sachen Plattform, zeigen sich iOS-User werbefreudiger als Android-Nutzer, und Besitzer von iPhones und iPads einkaufswilliger als Android-User.

Weitere Erkenntnisse: „Mobile“ ist nicht mehr mit „unterwegs“ gleichzusetzen. Die meisten Tablet und Smartphone-Besitzer nutzen ihre Geräte auch daheim, etwa zum Filmegucken und Zeitunglesen. Kein Wunder also, dass der Durchsatz dieser Tools auf Kosten anderer Medien, wie TV und Print, geht. Rund ein Viertel der Tablet-Nutzer sehen weniger fern als ehedem, und 32% lesen weniger Zeitung. Interessanterweise lösen mobile Geräte aber bei manchen Menschen auch eine umgekehrte Reaktion aus. Rund 14% der Befragten Tablet-User in der IAB-Studie gaben an, sie würden mehr TV gucken und 17% mehr Zeitung lesen als früher. Hier kommt wohl der neue Form des Medienkonsums zum Tragen. Verbraucher nutzen mehrere Geräte gleichzeitig, etwa um öffentliche Kommentare zu lesen oder abzugeben.

Wichtig für Marketeers sind außerdem folgende Studienerkenntnisse: Mobile User reagieren besonders stark auf lokale Werbungen, sprich Werbungen, die Angebote im Umkreis ihrer Wohnung anpreisen. Rund ein Drittel der Befragten antworten auf lokale Angebot und mehr als die Hälfte nimmt, während dem Fernsehgucken daheim, lokale Suchen auf Tablets und Smartphone vor. Die Tageszeit beeinflusst den Erfolg von Mobile Marketing ebenfalls ganz erheblich. Verbraucher sind offenbar am empfänglichsten, wenn sie daheim sind und entspannen, aber auch wenn sie öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

Kurz: Mobile Marketing hat sich, entgegen vorherrschender Erwartungen, rasant durchgesetzt und wird wohl, mit dem zunehmenden Verständnis der Marketeers, noch aussichtsreicher werden.

Aus der Marketing-Metropole New York:
Yvette Schwerdt

Author: y.schwerdt

Yvette Schwerdt ist Expertin für internationales Marketing mit dem Schwerpunkt Deutschland/Amerika. Sie leitet MADE-to-MARKET , New York. Die Agentur unterstützt Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen, die in Deutschland Geschäfte machen. In ihren Artikeln, Kolumnen und Vorträgen, referiert Yvette Schwerdt über interessante, lehrreiche Marketing News.

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