Marketingtrend 2016: Interaktive 3D-Präsentationen

Im Allgemeinen kann ich mich für die IT-Projekte, mit denen mein Mann seine Brötchen verdient, nicht wirklich begeistern. Die meisten sind mir viel zu trocken und technisch. Jetzt hat sein Geek-Team aber eine Technologie vorgestellt, die mich sehr wohl interessiert. Es handelt sich um ein 3D-Programm, mit dem man Gegenstände online interaktiv von allen Richtungen inspiziert — ganz als nähme man sie in die Hand und betrachte sie unter die Lupe. Konzipiert wurde die Technologie für den online Handel. Sie soll Shoppern im Internet künftig ein ganz neues Einkaufsgefühl vermitteln. Mich hat sie dazu gebracht, über das Marketingpotential interaktiver 3D-Tools zu sinnieren.

Marketer haben bekanntlich eingesehen, welche entscheidende Rolle guten Inhalten zukommt. Ergo floriert das Content Marketing. Und das ist gut so. Einziges Problem: Es werden immer mehr hochwertige Inhalte veröffentlicht , und der Verbraucher kommt – selbst beim besten Willen—mit dem Konsum gar nicht mehr nach. Es gilt also, das überforderte Zielpublikum, erfolgreich zu engagieren. Dabei können interaktive 3D-Tools helfen. Sie beziehen Kunden nämlich aktiv in das Geschehen mit ein, geben ihm ein gewisses Mass an Kontrolle  und personalisieren das Erlebnis. Klicken Sie beispielsweise auf nachstehenden Link zu einem Blogeintrag  von Callaway Golf News and Media an. Mit seinen interaktiven 3D-Präsentationen dürfte er weit mehr Leser einbeziehen als seine rein-Text-basierten oder sogar hübsch bebilderten Pendants.

[3D Images] Get to Know The MD3 Wedges Inside & Out

Die 3D-Technologie dürfte künftig aber nicht nur im online Marketing, sondern auch im Laden vermehrt zum Einsatz kommen. Erste Beispiele gibt es bereits: Wer sein Badezimmer renovieren will, kann heute in einen Lowe-Laden gehen und in Ruhe neue Teile (etwa Badewannen, Wasserhähne und Spiegelschränke) aussuchen. Dann kann selbiger Kunde in einen speziell-dafür eingerichteten Raum gehen und auf einem Tablet mittels neuer 3D-Technologie, genau sehen, wie sich die Teile in seinem Badezimmer  ausnehmen würden. Beispiel Nummer 2: Virtuelle Ankleidekabinen. Sie kennen sie bestimmt auch, die vielen Shopper, die nichts so sehr hassen, wie die Anprobe neuer Klamotten. Ihnen steht Abhilfe ins Haus. Sie können sich in ausgewählten Läden nämlich einfach vor eine 3D-Kamera stellen, Aufnahmen machen, und das Resultat auf ihr Handy  übertragen lassen. Dann probiert die digitale Version – und nicht der Kunde selbst– die diversen Outfits an.

Sicher, der Einsatz interaktiver 3D-Technologien in Sales und Marketing steckt noch in den Kinderschuhen. Mit der Verfügbarkeit neuer Technologien dürfte er in 2016 aber mächtig Rückenwind bekommen.

Aus der Marketing-Metropole New York:
Yvette Schwerdt

Author: y.schwerdt

Yvette Schwerdt ist Expertin für internationales Marketing mit dem Schwerpunkt Deutschland/Amerika. Sie leitet MADE-to-MARKET , New York. Die Agentur unterstützt Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen, die in Deutschland Geschäfte machen. In ihren Artikeln, Kolumnen und Vorträgen, referiert Yvette Schwerdt über interessante, lehrreiche Marketing News.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *