Emotional Analytics: die neue Zauberformel im Marketing?

RealeyesWir fotografieren, wir filmen, wir formulieren. Wir Content Marketing-Liebhaber produzieren Inhalte am laufenden Band. Stehen sie schließlich, bleibt uns nicht viel anderes übrig, als zu hoffen. Hoffen, dass die Resultate unsere Zielgruppen interessieren, faszinieren und engagieren. So war’s zumindest bislang. Jetzt wollen sich Content Marketer aber nicht mehr mit vager Hoffnung und ungenauen Methoden, wie Fokusgruppen, zufrieden geben. Sie verlangen Gewissheit. Und setzten dabei auf neue Technologien, die die emotionalen Reaktionen der Zuschauer beim Content-Konsum messen. Kein Wunder also, dass führende Medienagenturen, wie MediaCom, ihren Kunden nun anbieten, die Wirkung ihrer Unternehmensinhalte vorab, per fortschrittlicher Gesichtserkennung und –analyse zu eruieren. Zu diesem Zweck setzt MediaCom auf die Technologie von Realeyes.

Fortan soll die Realeyes-Technologie, die, anders als ihr Namen suggeriert, nicht [nur] die Augenbewegungen der Zuschauer, sondern ihre komplexen Gesichtsausdrücke verfolgt, in den zentralen Content-Hub von MediaCom integriert werden. Damit lassen sich emotionale Metriken in Berichte einbinden und Kampagnen systematisch optimieren.

Die emotionalen Publikumsreaktionen werden in der Regel mittels einfacher Webcams ermittelt, die bei Usergruppen daheim oder in ihren Büros installiert werden. Das System misst bei allen Usern die gleichen Basis-Emotionen, sprich Glück, Wut, Trauer, Angst, Überraschung, etc.… zeigt aber die individuell-unterschiedliche Intensität dieser Gefühle auf. Interessant ist auch, dass das System fein auf die kulturellen Unterschiede zwischen Usern unterschiedlicher Nationalitäten eingeht.

Klar, die Messung von menschlichen Emotionen ist nicht ganz neu. Dank der aktuellen MediaCom-Realeyes Kooperation scheinen sie sich jetzt in der Marketingwelt aber zunehmend als Standardpraxis durchzusetzen. Kein Wunder, meint Realeyes-CEO Mikhel Jaatma. Schließlich seien sie ja auch “rascher und günstiger” als traditionelle Tools, wie online Umfragen oder Fokusgruppen, und würden zudem auch präzisere Resultate zeitigen. Ganze 10% und mehr präziser! Umfragen würden mit etwa 65-prozentiger Genauigkeit langfristige Vertrieberfolge vorhersagen können. Beim Realeyes-System wären es 75%.

Emotional Analytics könnten künftig also im Marketing eine richtungsweisende Rolle spielen. Bleibt wohl nur noch schlüssig zu ermitteln, welche Emotionen zu welchen Aktionen führen, und was der User fühlen sollte, wenn wir von ihm wollen, dass er unsere Produkte kauft, unser Unternehmen weiterempfiehlt, oder unsere Inhalte weiterleitet.

Aus der Marketing-Metropole New York:
Yvette Schwerdt

Author: y.schwerdt

Yvette Schwerdt ist Expertin für internationales Marketing mit dem Schwerpunkt Deutschland/Amerika. Sie leitet MADE-to-MARKET , New York. Die Agentur unterstützt Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen, die in Deutschland Geschäfte machen. In ihren Artikeln, Kolumnen und Vorträgen, referiert Yvette Schwerdt über interessante, lehrreiche Marketing News.

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