Online Händler aufgepasst: Mit diesen Tricks bekommen Sie mehr Klicks

Online Marketer überlegen immer wieder, wie sie Kunden noch mehr engagieren und zusätzliche Klicks generieren können. Dabei achten Sie besonders auch auf die sogenannte Micro Copy, sprich die kurzen Texte in Links, Handlungsaufrufen und Registriertasten. Empirische Tests haben nämlich erwiesen, dass oft ein einziges Wort in diesen Kurztexten die Klickraten maßgeblich beeinflussen kann. Susan Weinschenk rät, sich bei der Wahl der richtigen Worte auf menschliche Verhaltensmuster zu besinnen. Kürzlich hat die Autorin und Bloggerin beispielsweise dargestellt, dass Kunden stärker auf Haupt- als auf Zeitworte reagieren.

Wenn Sie sich mehr Klicks wünschen, versuchen Sie doch mal die Hauptbetonung ihrer Micro Copy auf das Substantiv und nicht das Verb zu setzen, so Weinschenk. Anstatt „Wählen Sie jetzt!“ schreiben Sie beispielsweise: „Werden Sie Wähler!“ Klar, so Weinschenk weiter, die Bedeutung ist fast ident. Trotzdem kommt die zweite Variante animiert Kunden mehr zum Handeln.

Die Bloggerin basiert diese Einsicht auf die Arbeit von Gregory Walton. Der Stanford Psychologe hat in einer Serie von Experimenten ermittelt, wie Fremdklassifikationen Verhalten beeinflussen. Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass Menschen immer zu bestimmten Verhalten neigen. Sie mögen Filme oder nicht, sie treiben Sport oder nicht. Walton hinterfragte diese tradierte Hypothese und fand zunächst heraus, dass diese Klassifikationen unsere Wahrnehmung beeinflussen können. So würde „Beth ist ein Baseball Fan“ die gute Beth wesentlich engagierter wirken lassen als „Beth schaut sich oft Baseball im Fernsehen an“. In einem nächsten Experiment zeigte Walton dann, dass der Unterschied in der Wahrnehmung häufig auch zu einem tatsächlichen Verhaltenswandel führt. Wenn Menschen gefragt wurden „Wie wichtig ist es Ihnen, ein Wähler zu sein“ neigten sie viel eher dazu zu wählen, als wenn sie gefragt würde, wie wichtig es für sie wäre, zu wählen.

Warum das so ist? Weil, so Weinschenk, Menschen ein ausgeprägtes Zugehörigkeitsbedürfnis haben. Wer Substantive nutzt, appelliert an das menschliche Zugehörigkeitsgefühl. Deshalb würden Aufforderungen wie “Seien Sie ein Wähler, ein Sponsor, ein Mitglied” auch so gute Ergebnisse zeitigen. 

Für Weinschenk stecken in den Walton-Experimenten wichtige Erkenntnisse für online Marketer. Sie sollten sowohl in ihrer Micro Copy als auch in ihren Angebotsbeschreibungen mehr auf Namens- und weniger auf Zeitworte setzen.

Einen Versuch denke ich mal, ist es sicher Wert.

Aus der Marketing–Metropole New York:
Yvette Schwerdt

Author: y.schwerdt

Yvette Schwerdt ist Expertin für internationales Marketing mit dem Schwerpunkt Deutschland/Amerika. Sie leitet MADE-to-MARKET , New York. Die Agentur unterstützt Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei ihrem USA-Marktauftritt und amerikanische Firmen, die in Deutschland Geschäfte machen. In ihren Artikeln, Kolumnen und Vorträgen, referiert Yvette Schwerdt über interessante, lehrreiche Marketing News.

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