Geht dieses Content Marketing zu weit?

Wenn Sie den Schwerdt Blog lesen, wissen Sie vielleicht, dass ich ein Fan des Content Marketings bin. Die Kunst, Unternehmensziele voranzutreiben, ohne vordergründig zu werben oder zu verkaufen, entspricht dem modernen Zeitgeist, überzeugt den heutigen Kunden, und rechnet sich meist gleich mehrfach. Kein Wunder also, dass sich immer mehr Unternehmen für das Content Marketing entscheiden. Einige treiben die Sache aber jetzt offenbar auf die Spitze. Jüngstes Beispiel: L’Oreal.

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In New York feiert die Außenwerbung ein triumphales Comeback

AR-304119991.jpg&MaxW=700&cci_ts=20160412101601Vor kurzem noch hatte man sie als hoffnungslos veraltet abgeschrieben. Jetzt feiert die Außenwerbung ein triumphales Comeback. Auch und besonders in der Marketing-Metropole New York. Paradebeispiel: die neue 10-Stock-hohe Kletterwand, die Toyota am Times Square hat errichten lassen, um der Welt den neuen RAV4 Hybrid vorzustellen. „How far will you take it” lautet der Kampagnen-Slogan, der auch die spektakuläre Wand ziert, und auf die Hochleistungskraft des neuen Fahrzeugs anspielt. Hochleistungen, im wahrsten Sinne des Wortes, erbrachten denn auch jene Wagemutige, die die RAV4-Wand am Times Square emporstiegen. Etwa Christine Fate. Die Kletteraktion der jungen Dame sorgte denn auch nicht schlecht für Aufsehen.

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Warum deutsche Unternehmen in Amerika auf Transcreation setzen sollten

Die junge Frau trachtete, sich ewiglich an ihren Freund zu binden. Nachdem sie Babylon als Übersetzungstool konsultiert hatte, wollte sie sich die Worte “Ich liebe [Name des Glücklichen]”, in Hebräisch, auf den Nacken stechen lassen. Aber ach! Als sie aus dem Tattoostudio kam, stand auf ihrer zarten Haut zu lesen: “Babylon ist das weltweit führende Wörterbuch und Übersetzungssystem.” Nein, das ist kein Scherz. Die Arme war tatsächlich Opfer eines Übersetzungsmalheurs geworden. Sie ist nicht die einzige. Auch bei Unternehmen, die international tätig sind, gibt es immer wieder, erheiternde Übersetzungskalamitäten zu bestaunen. Ich erinnere hier nur an den Flop der amerikanischen Papiertaschentücher, die in Deutschland unter ihrem Markennamen “Puffs” eingeführt wurden. Diese Post sei also einem Thema gewidmet, dass die Geschicke des internationalen Marketings zunehmend bestimmt. Ich spreche von der Transcreation (Transkreation).

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Der neue Retail-Trend: “Slow Shopping”

Whiskey Bar bei Club Monaco

Es ist noch gar nicht lange her, da zählten Geschwindigkeit und Effizienz zu den unabdingbaren Erfolgskriterien im stationären Handel. Es galt, den Shopper, ähnlich wie im online Umfeld, rasch durch den Laden zu schleusen und zum Ziel zu führen. Wie sich jetzt herausstellt, war diese Taktik ganz verkehrt. “Wenn Sie sich in einem Origins Laden hinsetzen, geben Sie wahrscheinlich 40% mehr aus, als wenn Sie stehen bleiben”, schrieb Ellen Byron kürzlich im Wall Street Journal. Erkenntnisse wie diese sind mittlerweile vielfach empirisch nachgewiesen und haben eine radikale Veränderung im stationären Handel eingeläutet. Tatsächlich suchen heute immer mehr Läden, die Einkaufserfahrung zu verlangsamen. Der neue Trend heißt denn auch: „Slow Shopping“.

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Zu geistreich?

Die Welt blickt betroffen auf Brüssel, den Schauplatz des jüngsten Terroranschlags.  Vielen Menschen ist es ein Bedürfnis, auf den Anschlag zu reagieren, Solidarität mit den Opfern zu bekunden und ihrer Ablehnung gegen Hass und Gewalt, Ausdruck zu verleihen. Dabei greifen manche auch zu cleveren Motiven. Beispiel: Folgendes Foto, das auf Social Media dieser Tage die Runde macht. (Siehe nachstehend Update zu dieser Post)

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Können Kunden Ihre Marke riechen?

3309276218_bf51896ac2_o-2Es gibt Geschäfte, die ich besonders gerne besuche. Etwa Coach in New York, Amici in Wien, und Cramim in Jerusalem. In Sachen Angebot und Dekor könnten sie alle nicht unterschiedlicher sein. Trotzdem haben sie etwas Wichtiges gemeinsam. Sie duften herrlich. Ja wirklich. Schon beim Eintritt umhüllt mich ein zarter Wohlgeruch und lädt mich ein, zu verweilen. Wie sich herausstellt, ist das kein Zufall, sondern geschickte Marketingtaktik. Forscher haben nämlich erkannt, dass der Geruchssinn eine wichtige Rolle in der Kundenakquise spielt.

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Was die neuen Facebook-Emojis für das Marketing bedeuten  

“Um Himmels Willen, Mami, Du wirst doch nicht tatsächlich Emojis nutzen”, ermahnte mich meine Tochter neulich. Ich hatte ihre kurze, erfreuliche WhatsApp-Message mit einem Smiley Face beantwortet, und sie war schockiert. Der Einsatz von Emojis, so meine redegewandte Dana, würde auf Schreib- und Denkfaulheit deuten. Zudem würde er Sprache und Vokabular verkommen lassen und die zwischenmenschliche Kommunikation auf einen ebenso banalen wie minimalen Einheitsnenner reduzieren. Facebook scheint, anderer Meinung zu sein. Jedenfalls setzt der Social Media-Riese jetzt verstärkt auf die niedlichen, visuellen Schriftzeichen. Seit 24. Februar können User aus „Reactions“, sprich aus sechs animierten Emojis, wählen, um gezielter auf eine Post einzugehen. Wie aber lassen sich die neuen „Reactions“-für das Marketing nutzen?


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McDonald’s vs. Burger King oder die neue Killer-Kombination im erfolgreichen Marketing

Eigentlich ist diese Seite den vielen Marketing-News aus Amerika gewidmet. Diesmal aber sei von zwei amerikanische Firmen die Rede, die ausgerechnet in Frankreich mit ihrem jüngsten Marketing- Geplänkel Furore gemacht haben. Denn die Lehre aus dem amüsanten Fallbeispiel — nämlich, dass es im modernen Marketing immer mehr auf Nonchalance, Humor und rasche Reaktionskraft ankommt — ist universell anwendbar. Und die Erkenntnis, dass streitlustige Wettbewerber einander im Marketing zu einem eindrucksvollen Win-Win verhelfen können, natürlich auch. Es geht um das neueste McDonald’s versus Burger King-Gefecht. Angefangen hat es mit einer frechen Außenwerbung von McDonald’s.

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Ein Bild soll mehr sagen als tausend Worte? Unsinn!

Wissen Sie, was ich nicht ausstehen kann: Plattitüden, Floskeln, abgedroschene Phrasen. Paradebeispiel: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“ Der Logik dieses Gemeinplatzes zufolge hinkt Literatur den bildenden Künsten stets notgedrungen hinterher, wobei die Qualität der einzelnen Werke gar nicht ins Gewicht fällt. Nein, der Spruch macht keinen Sinn. Trotzdem wird er immer wieder zitiert. Besonders auch von Marketingexperten, die uns jetzt zunehmend mit bewegtem und wenig bewegendem Bildmaterial sowie ellenlangen Infographiken zuschütten. Zugegeben: ich liebe das geschriebene Wort. Das bedeutet aber nicht, dass ich die Wirkung von Visuals unterschätze. Ich meine nur, jede Kommunikationsform hat ihre Existenzberechtigung und konkurriert nicht mit der anderen. Zwei Beispiele:

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Der Laden ist tot. Es lebe der Laden.

Alles spricht vom bevorstehenden Untergang des stationären Handels und nennt den Buchhandel gerne als Paradebeispiel. Tatsächlich galt New York früher als Bücherwurm-Paradies. Dann aber kam Amazon und machte den meisten Läden den Garaus. Selbst der dreistöckige Barnes & Noble am Broadway, der mit den ellenlangen Rolltreppen, dem eingebauten Café, und den zahlreichen Schmöckerecken, musste vor zwei Jahren einem Billigkaufhaus weichen. Aber just, wenn man das graduelle Verschwinden der Buchgeschäfte als „fait accompli“ akzeptieren will, kommt wieder Amazon ins Spiel. Und dreht den Spieß um. Laut Gerüchten im Wall Street Journal und in der  New York Times plant Amazon die Eröffnung von 400 Buchgeschäften. Was steht wohl hinter diesem Plan und was bedeutet er für die Zukunft des Handels?

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