Neue Line- und Brand-Extensions bei Starbucks

Starbucks setzt zur Geschäftssanierung häufig auf diversifizierte, kundenorientierte Marketingmaßnahmen. So auch dieser Tage. Das aktuelle Ziel: Die Rehabilitierung des Frappuccinos. Der Starbucks Milliarden-Bestseller, der jährlich 15% bis 20% des Gesamtumsatzes einspielt, verzeichnete in den letzten Jahren, ob des krisenbezogenen Sparsamkeitstrends und der kostengünstigeren Konkurrenzangebote, empfindliche Absatzrückgänge. Damit soll jetzt aber Schluss sein. Continue reading “Neue Line- und Brand-Extensions bei Starbucks”

Ergreifend oder ekelhaft. Auf jeden Fall emotional!

Werbefachleute setzen auf Emotionales, um ihr zunehmend abgestumpftes Zielpublikum aufzurütteln. Das gilt insbesondere auch für den Bereich Cause Marketing, sprich für die Vermarktung eines höheren Zwecks. Hier zwei sehr unterschiedliche Beispiele:

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Studie bestätigt die einzigartige Wirkungskraft von Social Media-Werbekampagnen

Nielsen und Facebook haben in einer Studienserie, die Wirkungskraft von Social Media-Werbungen ermittelt. Nach 6 Monaten und 14 Umfragen, bei denen 800.000 Facebook-User und 125 Werbekampagnen unter die Lupe genommen wurden, kamen die Forschungspartner zu folgendem Schluss: Wenn auf Facebook bezahlte Werbungen mit organischen Weiterempfehlungen von Freunden gepaart werden, verdoppelt oder verdreifacht sich im Schnitt ihre Leistungskraft.

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Treffen wir einander zum Kaffee künftig bei Starbucks oder McDonald’s?

Im Kampf um die Herzen amerikanischer Kaffeeliebhaber scheinen Starbucks und McDonald’s einander unentwegt zu kopieren. Kürzlich brachte Starbucks, wohl in Anlehnung an die litergroßen Eisteegetränke von McDonald’s, die neuen Trenta -Riesenbecher auf den Markt. Jetzt startet der Fast Food King, ganz wie vor wenigen Monaten seine Kaffee-Nemesis,  einen US-weite Ladenumgestaltungsinitiative.

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Promoted Tweets: Power to the User

Alles spricht über das neue Werbemodell, das Twitter gerade eben live geschaltet hat. Es funktioniert, zumindest fürs erste, ähnlich wie die bezahlte Suchmaschinenwerbung. Unternehmen kaufen Schlüsselbegriffe und kreieren damit Anzeigen, die im Übrigen

ebenfalls wie Tweets aussehen. Wenn also zum Beispiel ein User auf Twitter nach Starbucks sucht, bekommt er, an allererster Stelle, folgenden „Promoted Tweet“ serviert: (Starbucks schaltet mehere Promoted Tweets, die alternative erscheinen):

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Social Media Marketing und Sozialkritik

Mattel löste kürzlich ein interessantes Social Media Marketing-Phänomen aus. Der Spielwarenhersteller wollte wissen, welchen Beruf seine neue Barbie-Puppe ausüben sollte und holte dazu via online Umfrage auf Barbie.com sowie den markeneigenen Twitter- und Facebook-Seiten die Meinung seiner jungen Kundinnen ein. Zur Auswahl standen TV-Moderatorin, Architektin, Computerfachfrau, Umweltschützerin und Chirag urgin. Mehr als 600.000 Mädchen machten bei der Umfrage mit und kürten die TV-Moderatorin schon bald zur klaren Favoritin.

Doch dann geschah etwas Merkwürdiges. Innerhalb kürzester Zeit holte die Computerfachfrau, die anfänglich weit abgeschlagen war, mächtig auf. Was lag dahinter? Ingenieurinnen hatten von der Umfrage gehört und beschlossen nun ihrerseits eine virale Kampagne zu starten, um ihren Beruf bei der neuen Barbie durchzusetzen.

Wer sich für Mathematik und Computer interessiere, gelte immer noch als streberhaft und langweilig, so Erin Fitzgerald, eine Technologie-Expertin vom US-Verteidigungsamt dazu im Wall Street Journal. Diesem Irrglauben wollten die High-Tech Spezialistinnen mit ihrer Aktion entgegenwirken.

Sie spannten mehrere populäre Technologie-Websites für ihre Causa ein, alarmierten die 20.000 Mitglieder der Society of Women Engineers und machten ihrem Unmut mit 1840 Tweets kund. Ihr leidenschaftlicher Aufruf blieb nicht ungehört. Barbie.com registrierte einen lawinenartigen Stimmenzuwachs für die Computerfachfrau, die schließlich auch das Rennen machte.

„Gebt uns einen coolen, hippen Look“, forderten die siegreichen Damen daraufhin den Spielwarenhersteller auf. Er stimmte natürlich sofort zu und schuf eine Barbie-Computerfachfrau mit Glizterleggings und pinkfarbenen Accessoires. Gleichzeitig ließ Mattel es sich auch nicht nehmen, eine neue Barbie-TV-Moderatorin auf den Markt zu bringen und damit kleine Mädchenherzen zu erfreuen.

Was mir an der jüngsten Mattel-Story so gut gefällt: Zum einen, die Kampagne selbst, weil sie gleich auch noch eine zweite, komplett usergenerierte Aktion mit ausgelöst und damit den Herstellererfolg potenziert hat. Zum anderen finde ich es aber auch faszinierend, dass sie ein soziales Problem beleuchten und möglicherweise auch beeinflussen konnte. Kleine Mädchen träumen offenbar immer noch von einem mehrheitlich weiblich-besetzen Beruf. Ihre Mütter plädieren für ein radikaleres, soziales Umdenken. Im normalen Erziehungsweg ist es ihnen bislang wohl noch nicht gelungen, diesen Sinneswandel bei ihren Töchtern durchzusetzen. Ob das Marketing weiterhelfen wird?

Aus der Marketing-Metropole New York:

Yvette
Schwerdt

Lost in Translation, still and all

Kürzlich erschien in der New York Times ein vielgepriesener Artikel zum Thema Sprachübersetzungen. Das Problem: Er macht wenig Sinn.

Der Artikel schwärmt nämlich vom Google Übersetzungstool, das mittlerweile rund um den Erdball hunderte Millionen Mal wöchentlich genutzt wird. Das Tool sei „State-of-the-Art“, heißt es da, ein Beispiel von der Macht, die Google freisetze, wenn sich das Unternehmen einem komplexen Thema widme. Google Translate würde die Grenzen der Übersetzungstechnologie aufbrechen. Letzten Monat, etwa, habe der Konzern angekündigt, er würde das Tool fortan mit Bildanalyse bereichern. Dann könnte ein amerikanischer Tourist im deutschen Restaurant auf seinem Handy rasch ein Foto der Speisekarte knipsen und alsbald ihr Englisches Pendant studieren. Continue reading “Lost in Translation, still and all”

Die multikulturelle Marketingmisere

Im Zuge meines Aufenthalts in Deutschland und Österreich, diese Woche, hatte ich wieder einmal Gelegenheit, mit diversen lokalen Unternehmen über ihr überregionales Marketing zu sprechen. Der Einblick, der sich mir während dieser Gespräche bot, war erstaunlich: Während neue Marketing-Methoden, wie „mobile marketing“, „social marketing“ und „behavioral targeting“, immer enthusiastischer aufgegriffen werden, herrscht im „multicultural“ Bereich immer noch unglaublich viel Anachronismus.

Zwei beispielhafte Kommentare, die ich zu hören bekam: „Wieso passt eigentlich unser englischer Webeintrag nicht für Amerika? Wir haben ihn doch von einem erstklassigen Übersetzungsbüro bearbeiten und von unserem US-Team überprüfen lassen“ und „die Unterlagen haben wir richtig bunt und auffallend gestaltet, weil das in Amerika so gut ankommt.“

Au! Das tut weh. Weil sich multikulturelles Marketing nicht auf simple Übersetzung und geschmackliche Vorurteile reduzieren lässt. Wer bei diversen nationalen Zielgruppen erfolgreich sein will, der muss nicht nur in der Sprache und Kultur des jeweiligen Publikums daheim sein, er muss auch seine Gepflogenheiten und Bedürfnisse einfühlsam nachempfinden und seine aktuelle Entwicklung mitverfolgen. Zudem sollte er – und das kann gar nicht oft genug wiederholt werden – viel vom Marketing im Ursprungs- und im Zielmarkt verstehen.

Ein geringer Trost war mir in all dem, dass die amerikanischen Unternehmer auch nicht viel fortschrittlicher agieren als ihre deutschsprachigen Kollegen. Laut einer kürzlich durchgeführten Studie der ANA (Association of National Advertisers) wächst das multikulturelle Marketing in den USA rasant. Mehr als 77% der befragten Unternehmen fahren heute multikulturelle Aktionen. Allein, nur 45% sind happy mit den Ergebnissen! Über ein Viertel zeigen sich gar ausgesprochen unzufrieden.

Woran liegt es? Mehr als 75% der Unternehmen beklagten einen mangelnden Wissenstand in ihren Reihen. 88% der Befragten versicherten, sie hätten zu wenig Zugang zu multikultureller Marketing-Expertise und entsprechenden Best Practices. Zudem wären die diversen lokalen Programme auch nur ungenügend in das Unternehmens-weite Marketing-Mix integriert. Knapp 60% der Befragten führten die schwachen Ergebnisse auf unzureichende Budgetzuweisungen zurück; 45% beklagten den inkonsistenten, internen Support.

Ich meine, wir von der multi- und interkulturellen Marketingzunft, sind jetzt doppelt gefordert. Wir müssen mehr Aufklärungsarbeit leisten und mit beispielhaften Resultaten überzeugen. Einen Anfang mache ich gleich hier im Schwerdt Blog. Für Ihre Tipps wäre ich dankbar.

Aus der Marketing-Metropole New York:
Yvette Schwerdt