Werbung à la Trump

Lange Zeit tönte er, er bräuchte keine Werbung, weil er ja ohnehin ständig die Schlagzeilen bestimme. Unrecht hatte Donald Trump mit dieser selbstsicheren Einschätzung nicht. Im letzten Halbjahr verging kaum ein Tag, in dem der republikanische Präsidentschaftskandidat nicht diverseste US-Medien prominent zierte. Jetzt hat es sich Trump offenbar aber doch anders überlegt. Diese Woche schaltete er in einigen amerikanischen Schlüsselstaaten seinen ersten TV-Spot. Er wurde, genau wie ihr stolzer Sponsor, in kürzester Zeit zum Stadtgespräch. Woran das liegt? Sehen wir uns den Clip erst einmal an.

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Wie man sich in Amerika unbeliebt macht  

happy-mothers-day-48963_1280Nun lebe ich ja schon lange in New York und habe mich der Kultur und den Gepflogenheiten meines Gastlandes weitgehend angepasst. Ich rufe flüchtigen Bekannten ein joviales “Hi, How Are You” zu, warte aber ihre Antwort nicht ab, esse Pizza ohne Besteck, hole mir morgens auf dem Weg zur Subway noch rasch meinen Starbucks-Fix, und vergesse sogar ab und an, im Lift zu grüßen. Ja, natürlich gibt’s bei uns Turkey am Thanksgiving und Feuerwerke am 4. Juli. Aber an eines kann ich mich nicht gewöhnen. Ich spreche vom Muttertag. Ausgerechnet.

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Quo Vadis Content Marketing

Landin_on_Tallinn_Ulemiste_(TLL)Bevor wir von der Zukunft des Content Marketings sprechen, erst Mal ein Wort zur Gegenwart. Laut einer Studie des CMO Councils, fließen heute 26% der amerikanischen Marketingbudgets in die vielgelobte Disziplin. 26%! Unglaublich wenn man bedenkt, dass Content Marketing von wenigen Jahren noch ein Fremdwort war und einer klaren Definition bedurfte. Die rasante Entwicklung ist sowohl für Kunden als auch für Marketer erfreulich. Für Kunden, weil sie wirklich wertvolle Inhalte bekommen; und für Marketer weil sie Sinnvolles produzieren und Erträge steigern. Allerdings hat der Siegeszug des Content Marketings auch einen Preis. Denn je mehr gute Inhalte es gibt, desto schwieriger wird es, sich von der Konkurrenz abzusetzen. Hier deshalb ein paar Tipps, worauf es Zukunft zu achten gilt.

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Marketingpsychologie: 3 Tricks, die wir Amazon, Apple und Facebook abschauen können

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Sie sind einfach nicht zu bremsen, die Giganten unserer Generation. Amazon, Apple und Facebook erfreuen sich nicht nur galoppierender Finanzzahlen, sie haben sich auch nachhaltig in die Herzen ihrer Fans eingenistet. Jedenfalls führen die drei nun auch die aktuelle Liste der Loyalty Leader von Brand Key an. Wie machen sie das bloß? Dieser Kernfrage ging unter anderem auch Behavioral Economics-Experte Dan Ariely in Wired nach und ermittelte dabei eine Reihe cleverer Marketingtricks, denen sich die Top-Unternehmen offenbar bedienen. Drei davon, habe ich hier für Sie im Detail festgehalten.

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Fashion’s Night Out: Zwischen Verkaufs-Flop und Marketing-Hit

Heute ist weltweit das Modefieber ausgebrochen. Es ist Fashion’s Night Out. Designpaläste bleiben bis spät nachts geöffnet, schenken Champagner in Strömen aus und locken Neugierige mit Promiauftritten und anderen Promotionen in den Laden. Ins Leben gerufen wurde das internationale Megaevent von Anna Wintour und Diane von Fürstenberg in 2009 — damals mit dem expliziten Ziel, die desolate Modeindustrie vor den verheerenden Folgen der Rezession zu retten. Jetzt ist die Modenacht selbst auf Rettung angewiesen. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass der Großaufwand keinen nennenswert Verkaufserfolg zeitigt. Clevere Moderzare beharren trotzdem auf den Fortbestand der Veranstaltung. Grund: Sie haben erkannt, dass es das Markenengagement ihrer Kunden fördern kann. Und um das zu erreichen, schwören sie, gerade auch bei der Fashion’s Night Out, auf digitale und soziale Medien.

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Was Großeltern wollen

Rasch: Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an die Generation der Großeltern denken? Rente, Rheuma, und rückläufige Kaufkraft? Iwo! Die neuen Alten sind fitter, vitaler und spendierfreudiger denn je. Laut einer aktuellen Umfrage von Metropolitan Life erwirtschaften sie rund 60% des nationalen Einkommens, ganze 10% mehr als vor 30 Jahren. Tendenz steigend. Denn der Club der Großeltern wächst nicht nur rund doppelt so rasch wie der Rest der Bevölkerung, er scheint sich auch wirtschaftlich besser zu behaupten. Jedenfalls hat die letzte Rezession die 25-44 Jährigen weit härter getroffen als die 50+ Generation. Interessant: Immer mehr Ältere greifen ihren erwachsenen Kindern unter die Arme, kommen für Studium und Auslandsaufenthalte auf und helfen bei der Erziehung ihrer Enkelkinder finanziell mit.

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Groupon im [Un]Glück?

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Amerikaner lieben bekanntlich gute Deals. Jeder hat eine Insider-Quelle, bei der er Markenwaren zum Vorzugspreis ersteht. Und alle suchen, besser und billiger einzukaufen, als ihre Nachbarn. Kein Wunder also, dass sich in den USA der Markt für „online Daily Deals“ bislang fantastisch entwickeln konnte. Allerdings zieht er auch auf globaler Ebene rasant an. Paradebeispiel: Groupon. Der internationale Gruppendiskont-King steht kurz vor dem Börsengang und darf sich derzeit trotz des 420 Million Dollar-Verlustes in 2010 einer sensationellen Bewertung von etwa 25 Milliarden Dollar erfreuen. Allerdings könnte der Triumphzug von Groupon jetzt abrupt zum Stoppen kommen.

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Hochmut als [zweifelhafte] Marketingtaktik

Kürzlich wollte sich meine Freundin ein Outfit der Nobelmarke Louis Vuitton zulegen. Nachdem zu diesem Zeitpunkt der Ausverkauf in New York bereits voll im Gange war, fragte sie höflich nach einem Preisnachlass. Die distinguierte Verkäuferin mit der gestylten Chignon-Frisur hob daraufhin nur befremdet die soignierten Augenbrauen und erklärte, ihr Haus würde Preise niemals reduzieren. Was denn mit der übriggebliebenen Ware geschähe, wollte meine Freundin daraufhin wissen. So etwas gäbe es bei Louis Vuitton kaum, und wenn das eine oder andere Stück wider Erwarten wirklich nicht verkauft werde, würde es kurzerhand vernichtet. So viel schnöde Arroganz wirkt auf manche Menschen abschreckend, bei erstaunlich vielen zeitigt sie aber die umgekehrte Wirkung: Sie schafft tatsächlich Begehrlichkeit. Deshalb setzen manche Marken auch bewußt auf den Snob Appeal. Aktuelles Paradebeispiel: Abercrombie & Fitch. Continue reading “Hochmut als [zweifelhafte] Marketingtaktik”

Social Media firmieren in amerikanischen B2B-Marketingbudgets immer noch unter „ferner liefen“

Marketing Sherpa hat kürzlich 900 B2B-Marketeers über die Aufteilung ihrer Marketingbudgets befragt. Die Antworten waren einigermaßen erstaunlich.  B2B-Unternehmen investieren mehrheitlich weiterhin in „traditionelle“ online Maßnahmen, wie Websites, Email Marketing und Suchmaschinenmarketing. Social Media-Marketingaktionen scheinen im B2B-Umfeld allerdings noch kaum zu Buche zu schlagen.  Telemarketing und Print, bislang Basisgeschütze im B2B-Marketingarsenal, verlieren zusehends an Bedeutung.

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Wie krisenfest ist das Marketing wirklich?

Alles spricht entgeistert über die S&P-Ratingabstufung für die USA und verfolgt besorgt die purzelnden Aktienkurse, die selbst vor Google und Microsoft, nicht Halt zu machen scheinen. In Marketingfachkreisen herrscht indes ein positiver Ausblick. Stress in der Wirtschaft, so etwa George John, der CEO des Werbetechnologie-Anbieters Rocket Fuel, sei ausgesprochen gut fürs Marketing. Continue reading “Wie krisenfest ist das Marketing wirklich?”