Die Macht der Worte

Screen Shot 2016-04-28 at 3.39.02 PMWenn ich, nach langem Flug, in meiner Geburtsstadt Wien lande, kommt stets Freude auf. Ich freue mich auf mein Elternhaus, auf die Lieben, die mich dort erwarten, auf meine Freunde, auf mannigfache kulturelle und kulinarische Leckerbissen, und weil ich nun einmal ich bin, auf den Genuss, allerorts in meiner Muttersprache zu schwelgen. Allein, dieser Genuss wird mir bisweilen vergällt. Letzten Dienstag, etwa, fiel mir eine große Juwelenwerbung in der Flughafen-Ankunftshalle auf. Grafisch war da nichts auszusetzen. Allein die Worte, die prominent auf dem Plakat prangerten, machten mir zu schaffen. „IN EVERY WOMAN IS A QUEEN“ stand nämlich, da zu lesen. Warum die Tagline für eine Schweizer Uhr in English konzipiert wurde, war mir schon mal schleierhaft. Dass sie dann auch noch grammatikalisch zu wünschen übrig ließ, wunderte mich zusätzlich.  Besonders enttäuschend war für mich aber die Tatsache, dass hier fahrlässig mit Worten umgegangen worden war.

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Brauchen langweilige Produkte aufregendes Marketing? Eine Lehre in Sachen Markenführung

Vor einigen Jahren berieten wir einen europäischen Stempelhersteller in Sachen Deutschland-Amerika Marketing. Eines Tages bat mich der Kunde zu einem Gespräch über Branding. Wie, so fragte er mich damals sinngemäß, könne er seine Marke aus dem generellen Einheitsbrei hervorheben? Wie ihr mehr Sex Appeal verpassen? Wie sie aufregender, auffälliger, spannender machen? Ich blickte ihn ob seines Anliegens verwundert an. Ein Standard-Produkt, wie ein Stempel es nun mal ist, müsse nicht mit Fanfare beworben werden, erwiderte ich. Vielmehr gelte es, Eigenschaften, wie Qualität, Hersteller-Verlässlichkeit, Sortiment, und Liefertreue zu betonen. Mein Kunde schüttelte wenig überzeugt den Kopf. Kein Wunder. Ich hatte Unrecht.

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Hat Ihre Marke eine Stimme?  

find-your-voice-blueSie haben einen detaillierten Leitfaden für Ihren Unternehmensauftritt erarbeitet; Logo und Slogan entwickelt; Farben, Fonts und Formate definiert. Alles schön und wichtig. Aber hat Ihre Marke auch eine eigene Stimme? Kommuniziert sie auf eine einzigartige, einprägsame Weise, oder gehen ihre besonderen Brandmerkmale im wachsenden Content-Wirrwarr verloren? Ich möchte ich Ihnen heute die Entwicklung und konsequente Nutzung einer eigenen Brandvoice ans Herz legen und Ihnen auch den einen oder anderen Tipp dazu vermitteln.

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Sind Slogans passé?

Diese provokante Frage warf Denise Lee Yohn neulich in der Zeitschrift Adweek auf. Die Anzahl der Werbeclaims, so argumentierte sie in ihrem aufschlussreichen Artikel, schwände zusehends. Megamarken, wie Starbucks, Whole Foods und Lululemon, wären immer schon ohne sie ausgekommen. Aber andere, wie Apple, hätten ihre Tagline zunehmend auf Eis gelegt. Ein kurzer Blick auf die 100 international einprägsamsten Slogans bei TaglineGuru.com bestätigt die Vermutung der Branding-Expertin.  Ganze zwei Drittel der angeführten Sprüche wurden vor 1980 entwickelt. Bei der Forbes-Liste sieht es ähnlich düster aus. Woran liegt diese Entwicklung und was hat sie für das Branding zu bedeuten?

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Vierzig, verliebt und vollkommen verändert

In Manhattan zeichnet sich ein neues Straßenbild ab. Zwar eilen die Menschen, nach wie vor, mit dampfendem Kaffee bewaffnet durch die Straßen der Stadt. Allerdings halten sie jetzt den neuen Starbucks-Becher samt textlosem Logo und grellgrüner Schleife in der Rechten, während sie in der Linken, statt ihrem Smartphone, eine der neuen Starbucks-Süßigkeiten, den Petites, balancieren. Die Kaffeekette feiert heute ihren 40. Geburtstag und versprüht Feiertagsstimmung. Allen voran verbreitet das Haus Zuneigung. Die neuen Spots, die das werbescheue Unternehmen jetzt landesweit schaltet, enthalten denn auch echte Liebeserklärungen an seine Kunden.

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Markenmanie: das Opium der Ungläubigen?

Mal ganz ehrlich: Haben Sie sich zu den Feiertagen ein iPad, ein iPhone, oder einen anderes populäres Marken-Goody gewünscht? Wenn ja, mag es um ihre Gläubigkeit nicht allzu gut bestellt sein. Eine neue Studie der Duke University hat nämlich ergeben, dass nicht religiöse Menschen sich viel mehr für Brands interessieren als ihre frömmeren Pendants. Für die ersten, so das Fazit der Untersuchung, erfüllt ein prominenter Markenartikel eine ähnliche Funktion wie für die zweiten ein religiöses Symbol, etwa eine Kette mit Kreuz oder Davidstern. Continue reading “Markenmanie: das Opium der Ungläubigen?”