Warum deutsche Unternehmen in Amerika auf Transcreation setzen sollten

Die junge Frau trachtete, sich ewiglich an ihren Freund zu binden. Nachdem sie Babylon als Übersetzungstool konsultiert hatte, wollte sie sich die Worte “Ich liebe [Name des Glücklichen]”, in Hebräisch, auf den Nacken stechen lassen. Aber ach! Als sie aus dem Tattoostudio kam, stand auf ihrer zarten Haut zu lesen: “Babylon ist das weltweit führende Wörterbuch und Übersetzungssystem.” Nein, das ist kein Scherz. Die Arme war tatsächlich Opfer eines Übersetzungsmalheurs geworden. Sie ist nicht die einzige. Auch bei Unternehmen, die international tätig sind, gibt es immer wieder, erheiternde Übersetzungskalamitäten zu bestaunen. Ich erinnere hier nur an den Flop der amerikanischen Papiertaschentücher, die in Deutschland unter ihrem Markennamen “Puffs” eingeführt wurden. Diese Post sei also einem Thema gewidmet, dass die Geschicke des internationalen Marketings zunehmend bestimmt. Ich spreche von der Transcreation (Transkreation).

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Brauchen langweilige Produkte aufregendes Marketing? Eine Lehre in Sachen Markenführung

Vor einigen Jahren berieten wir einen europäischen Stempelhersteller in Sachen Deutschland-Amerika Marketing. Eines Tages bat mich der Kunde zu einem Gespräch über Branding. Wie, so fragte er mich damals sinngemäß, könne er seine Marke aus dem generellen Einheitsbrei hervorheben? Wie ihr mehr Sex Appeal verpassen? Wie sie aufregender, auffälliger, spannender machen? Ich blickte ihn ob seines Anliegens verwundert an. Ein Standard-Produkt, wie ein Stempel es nun mal ist, müsse nicht mit Fanfare beworben werden, erwiderte ich. Vielmehr gelte es, Eigenschaften, wie Qualität, Hersteller-Verlässlichkeit, Sortiment, und Liefertreue zu betonen. Mein Kunde schüttelte wenig überzeugt den Kopf. Kein Wunder. Ich hatte Unrecht.

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Only in America? Oder könnte Trump auch in Deutschland triumphieren?

5440002785_7b1ed0ac3e_m„Was um alles in der Welt ist bei Euch in Amerika los,“ fragen mich meine deutschen Freunde fassungslos. „Ihre werdet am Ende noch Trump zum Präsidenten wählen!“ Anfangs habe ich diese Kommentare lächelnd abgetan. Jetzt wird es aber an der Zeit, ernsthafter über Donald Trump nachzudenken. Nein, es gilt nicht die Person, sondern das Phänomen Trump zumindest ansatzweise zu verstehen und zu eruieren, warum es, trotz aller Widrigkeiten, immer höhere Wellen schlägt. Für Unternehmen und Führungskräfte, die auf der Deutschland-Amerika-Achse unterwegs sind, gilt es auch zu überlegen, ob ein ähnliches Phänomen auch Deutschland erfassen könnte.

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RedCupGate und das Dilemma im multikulturellen Marketing

Nun bin ich seit Jahren im Bereich Deutschland-Amerika Marketing tätig und weiß wie wichtig, aber auch wie diffizil es ist, differenziert auf die unterschiedliche Kulturen in beiden Ländern einzugehen. Dass multikulturelles Marketing aber auch im selben Land immer bedeutender und gleichzeitig auch immer schwieriger wird, beweist die „Red Cup“-Kontroverse, die derzeit die Gemüter in den USA bewegt. Lassen Sie sich davon erzählen:

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Internationales Content Marketing und die Wiederverwertung von Inhalten

6325041143_fcc508e243_oNeulich ist mir folgendes Missgeschick passiert: In meinem Eifer rasch per Handy eine Weisheit auf Facebook zu posten, habe ich, aus Versehen, auf mein Profilbild geklickt. Das Foto selbst hat sich zwar nicht verändert. Trotzdem sandte das System eine Nachricht über mein vermeintlich-neues Konterfei aus. Und meine Facebook-Freunde reagierten. Die einen mit einem netten Kommentar, die anderen  mit einem freundlichen Like. Keiner aber bemängelte den fehlenden Neuigkeitswert. Erst fand ich den Vorfall ein wenig peinlich, dann eher erheiternd, und schließlich einigermaßen erkenntnisreich. Er zeigt nämlich einmal mehr, wie gut sich manche Inhalte wieder verwerten lassen. Besonders Unternehmen, die international tätig sind, können in ihrem Content Marketing von dieser Taktik profitieren. Allerdings gilt es dabei, auf folgende Punkte  zu achten.

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Content Marketing: ein Buch mit sieben Siegeln?

In Amerika hat sich das Content Marketing bereits als unabdingbarer Erfolgsfaktor im Marketing-Mix etabliert. In Deutschland setzt sich die Disziplin aber erst allmählich durch. Man spricht zwar über ihre Vorteile, darüber, dass sie Social Media- und Suchmaschinenmarketing speist, den Vertrieb unterstützt und Umsätze steigert. Allerdings gilt Content Marketing vielerorts immer noch als Buch mit sieben Siegeln. Nachstehend also ein paar aufklärende Fakten.

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Du Darfst: denglisch, derb und daneben

Dieser Tage macht in den USA ausgerechnet eine Werbung aus Deutschland von sich reden. Es geht um die Unilever-Kampagne für „ Du Darfst“. Aufsehen erregt, viele von Ihnen werden es bereits erahnt haben, nicht der eher konventionelle Inhalt des Werbespots, sondern sein Slogan. „F**ck the Diet“ ruft der Hersteller seinen Zielgruppen zu und will sie damit ermutigen, sich von dem Joch des ewigen Einschränkens und Kalorienzählens zu befreien. Schön und gut, denken sich die meisten amerikanischen Beobachter, nur warum nutzt Unilever dafür das verpönte F-Wort, wenn der Hersteller doch einfach nur  „Forget the Diet“ meint. Sie wundern sich, ob er die Tragweite des Ausdrucks und seine sprachliche Unangemessenheit verkennt. Das ist bei Unilever und seiner Agentur, Ogilvy Düsseldorf, wohl nicht der Fall. Trotzdem ist die Frage angebracht. Denn englische Worte, im Deutschen genutzt, wirken für amerikanische Ohren häufig fehl am Platz.

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USA-Marktauftritt? Bitte mit Gefühl!

Ich lebe zwar schon seit vielen Jahren in Amerika, trotzdem staune ich immer wieder über die eine oder andere Landesgepflogenheit. Paradebeispiel: Die gefühlsbetonte Selbstdarstellung politischer Persönlichkeiten. Diese Woche etwa gab Präsident Obama mehrere prominent-aufgemachte Fernsehinterviews. Der Anlaß? Weder Lybien, noch Afganisthan! Sondern Vatertag. Wirklich.

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Erfolg im internationalen PPC-Marketing: 3 Tipps

Heute Morgen habe ich Amerika Marketing als Suchbegriff in google.de eingegeben. Erfreulicherweise firmierte unsere absatzwirtschaft-Kolumne, der „Brief aus Amerika“, gleich an erster Stelle in den organischen Ergebnissen. Weniger erfreulich, aber einigermaßen erheiternd, war der einzige, bezahlte Treffer (siehe Bild).  Er war (ausgerechnet) von einer Online Marketing-Agentur geschaltet worden und könnte, gerade auch ob seiner konkurrenzlosen Platzierung, sicher wirkungstark sein, wenn dem Verfasser da nicht ein peinlicher Schnitzer im Anzeigentext unterlaufen wäre. „Brechen Sie in den Amerikanischen Markt“, steht da deutlich geschrieben, „wir zeigen Ihnen wie’s geht“. Oje! Da hat wahrscheinlich jemand Wort für Wort übersetzt. In Englisch hieß es wohl „Break Into The American Market“, und das klingt gut. Im Deutschen nehmen die Worte allerdings ein ganz andere Bedeutung an. Aus dem Missgeschick lassen sich drei typische Fehler ableiten, die Unternehmen tunlichst vermeiden sollten, wenn sie international-erfolgreiche PPC-Kampagnen fahren wollen.

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