Shopping in Schüben: Das neue Einkaufsverhalten und seine Konsequenzen für Retailer

Eigentlich hatte ich mich vor dem gestrigen, zwölfstündigen Tagesflug zurück nach New York gefürchtet. Die Zeit verging dann aber doch relativ rasch und vergnüglich. Ich vertiefte mich nämlich in die angebotenen Filme — und zwar gleich in mehrere davon — denn ich liess sie einfach nacheinander abspielen. “Bingewatching” nennt man dieses Verhalten, dem sich jetzt offenbar viele Menschen verschrieben haben. Vorbei sind die Zeiten in denen man jede Woche brav auf die nächste TV-Folge von Sex in the City wartete. Jetzt zieht man sich, an einem freien Tag, eine ganze Seriensaison auf Hulu oder Youtube rein. Diese neuen Art, digitalen Content zu konsumieren hat auch direkte Auswirkungen auf das online Shopping. Das behauptet zumindest Eric Bradlow. Der Wharton Marketingprofessor spricht in diesem Zusammenhang von einem neuen Parameter, die den Wert eines Kunden massgeblich zu bestimmen vermag: CLUMPINESS.

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Plus ça change… Marketing leidet immer noch an mangelndem Rentabilitätsnachweis

Neue Technologien, Erkenntnisse, und Taktiken haben das Marketing in den letzten Jahren grundlegend verändert. Wer, wie ich, das Metier noch im letzten Jahrhundert praktiziert hat, der staunt nicht schlecht über die atemberaubenden Innovationen, die es uns heute erlauben, Kunden und Interessenten zu engagieren und unsere Geschäftsziele voranzutreiben. Trotz der rasanten Erneuerung zeigt das Grundsatzproblem im Marketing aber erstaunliche Beständigkeit. Jedenfalls erachten viele CMOs die Unfähigkeit Umsatzergebnisse direkt auf einzelne Marketinginitiativen zurückzuführen als ihr größtes Berufsrisiko. Continue reading “Plus ça change… Marketing leidet immer noch an mangelndem Rentabilitätsnachweis”

Werbung mit Witz. Zwei aktuelle Viral-Video Beispiele aus den USA

Die klassische Werbung, die unterbricht und ständig nur die Stärken der eigenen Marke preist, hat weitgehend ausgedient. Der moderne, medienkundige Verbraucher blendet sie einfach kurzerhand aus. Klar, dass sich Unternehmen nun Gedanken machen, wie sie diesen neuen, diffizileren Kunden am besten ansprechen können. Dabei kommt vielen ausgerechnet ein Klassiker zur Hilfe. Ich spreche vom Humor. Selbst bierernste Reinigungs-Brands, wie Pine-Sol und Tide, machen jetzt Werbung mit Witz und ernten, gerade auch bei jüngeren, megakritischen Zielgruppen, jede Menge Beifall.

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Mobile versus Online: Marketing im Umbruch

Heute ist mir wieder aufgefallen, wie drastisch sich das Verbraucherverhalten in New York in letzter Zeit verändert hat. Noch vor kurzem hatten die meisten Fahrgäste morgens in der Subway ihre fein-säuberlich, längs-gefalteten Tageszeitungen zur Hand. Jetzt sind die meisten auf Tablets und Smartphones umgestiegen. Auch im Laden scheint plötzlich jeder Shopper sein mobiles Geräte zu zücken, um ad hoc Preise zu checken, Rezensionen zu lesen und sich mit Freunden zu beraten, bevor er Kaufentscheidungen trifft. Kein Wunder, schließlich hat sich, laut Pew Institut, die Anzahl der US-Tablet-Besitzer während der letzten Feiertagsversion verdoppelt! Der rasante Durchsatz der mobilen Geräte hat natürlich auch direkte Auswirkungen auf die amerikanischen Marketingbudgets. Besonders stark im Kommen ist, laut Medienanalyst Gordon Borrell, die „Local-Mobile“-Werbekombination.

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Nacktauftritt soll Kleiderverkauf fördern

Es ist heiß in New York. Schrecklich heiß. Deshalb wundert sich auch kaum jemand über die leicht bekleideten Damen und Herren, die dieser Tage das Stadtbild prägen. Als allerdings neulich gänzlich enthüllte weibliche Geschöpfe durch die Straßen der City zogen, riskierten selbst die hitzegeplagtesten  New Yorker einen neugierigen Blick.

Fotoquelle: Zappos

Die aufsehenerregenden Nacktauftritte auf der Park Avenue und im West Village waren Teil der neuen Werbeoffensive von Zappos, dem online Retailer, der sich bislang vor allem im Schuhbusiness einen Namen gemacht hat, jetzt aber auch verstärkt ins Oberbekleidungsgeschäft expandieren will.

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Modernes Marketing im Mahnmal

Gestern war ich im Rabin Square in Tel-Aviv, einem Ort, in dem immer wieder stimmungsreiche Friedenskundgebungen stattfinden und in dem, bei einer dieser Grossveranstaltungen, tragischerweise der israelische Premierminister Jitzchak Rabin ermordert wurde.  Dass der Platz, ob seiner Geschichte, zum Mahnmal mutiert ist, scheint nicht weiter verwunderlich. Erstaunlicher ist hingegen, dass er mittlerweile nicht nur zur Erinnerung an die Verstorbenen, sondern vielleicht noch vordergründiger zum Gedenken an die Lebenden appelliert. Jedes Jahr vor dem Pessach-Feiertag findet dort nämlich eine kolossale Marketingaktion für den guten Zweck statt. Diesmal sieht sie so aus:

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Mad Men vs. DUMBO Digerati

Sie sind elegant, ehrgeizig und ungeheuer souverän. Die Macher der angestammten US-Werbeszene streben, gleich den Mad Men aus der Hit-TV-Serie, nach Geld und Macht. Und sie wähnen sich stets am Zenit ihrer Karriere. In Wirklichkeit befinden sie sich wohl eher am absteigenden Ast. Die glitzernde Werbezeile auf der Madison Avenue, die dem Mad Man seinen doppeldeutigen Namen verpasst und ihn als Phänotyp geprägt hat, kämpft hinter den Kulissen nämlich mit einem ebenso ungewöhnlichen wie unbezwingbaren Konkurrenten. Sein Name, DUMBO, steht für Down Under the Manhattan Bridge Overpass. Continue reading “Mad Men vs. DUMBO Digerati”