Die Macht der Worte

Screen Shot 2016-04-28 at 3.39.02 PMWenn ich, nach langem Flug, in meiner Geburtsstadt Wien lande, kommt stets Freude auf. Ich freue mich auf mein Elternhaus, auf die Lieben, die mich dort erwarten, auf meine Freunde, auf mannigfache kulturelle und kulinarische Leckerbissen, und weil ich nun einmal ich bin, auf den Genuss, allerorts in meiner Muttersprache zu schwelgen. Allein, dieser Genuss wird mir bisweilen vergällt. Letzten Dienstag, etwa, fiel mir eine große Juwelenwerbung in der Flughafen-Ankunftshalle auf. Grafisch war da nichts auszusetzen. Allein die Worte, die prominent auf dem Plakat prangerten, machten mir zu schaffen. „IN EVERY WOMAN IS A QUEEN“ stand nämlich, da zu lesen. Warum die Tagline für eine Schweizer Uhr in English konzipiert wurde, war mir schon mal schleierhaft. Dass sie dann auch noch grammatikalisch zu wünschen übrig ließ, wunderte mich zusätzlich.  Besonders enttäuschend war für mich aber die Tatsache, dass hier fahrlässig mit Worten umgegangen worden war.

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Sind Slogans passé?

Diese provokante Frage warf Denise Lee Yohn neulich in der Zeitschrift Adweek auf. Die Anzahl der Werbeclaims, so argumentierte sie in ihrem aufschlussreichen Artikel, schwände zusehends. Megamarken, wie Starbucks, Whole Foods und Lululemon, wären immer schon ohne sie ausgekommen. Aber andere, wie Apple, hätten ihre Tagline zunehmend auf Eis gelegt. Ein kurzer Blick auf die 100 international einprägsamsten Slogans bei TaglineGuru.com bestätigt die Vermutung der Branding-Expertin.  Ganze zwei Drittel der angeführten Sprüche wurden vor 1980 entwickelt. Bei der Forbes-Liste sieht es ähnlich düster aus. Woran liegt diese Entwicklung und was hat sie für das Branding zu bedeuten?

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