Zensur als Zugmittel

In Amerika ist das SuperBowl-Fieber ausgebrochen. Besonders betroffen ist New York, denn schließlich findet das Spiel dieses Jahr im MetLife Stadium statt. Gleich um die Ecke von unserem Büro, auf dem Broadway südlich des Times Square, wurde Montag ein regelrechter „SuperBowl-Boulevard“ aufgebaut — komplett mit künstlichen Rodelbahnen, einem Football-Trainingsplatz, Konzert- und Showbühnen, Souvenirläden und natürlich jeder Menge schau- und abenteuerlustigen Passanten. Wie immer blickt Amerika aber nicht nur dem sportlichen Ereignis, sondern auch den neuen Werbungen, die bei diesem Großanlass gezeigt werden, mit großer Spannung entgegen.

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Megastar: Mutter

Zwei neue Werbekampagnen machen derzeit Furore. Vom Inhalt her könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Eine macht auf Gespött, die andere auf Gefühl. Eine reizt zum Lachen, die andere rührt zu Tränen. Eine wirkt verschroben, die andere verzaubert. Trotz dieser offensichtlichen Gegensätze haben die Werbungen aber auch etwas Wichtiges gemeinsam: Sie setzten Mütter als Megastars ein.

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Sind Facebook-Videowerbungen 1 Million Dollar wert?

Nach monatelangen Spekulationen ist es jetzt offiziell: Ab dieser Woche schaltet Facebook Videowerbungen im Nachrichtenstrom der User. Die Clips, die sowohl auf PC als auf Handy und Tablet ablaufen, starten automatisch, sobald sie in das Blickfeld des Nutzers geraten, bleiben allerdings tonlos, bis er auf sie klickt. Noch befindet sich das neue Werbeangebot in der Testphase. Es ist beschränkt auf einige User in den USA, die eine Vorschau des Films Divergent zu sehen bekommen. Allerdings spekulieren Beobachter bereits eifrig, ob und wie sich das neue Werbeangebot durchsetzen wird.

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Rainbow Loom wird mit Content Marketing zum neuen Renner in den USA

Alle Jahre wieder kommt ein Produkt auf den Markt, das Verbraucher begeistert und Vermarkter mit seiner lawinenartigen Popularität verblüfft. Der aktueller Hit in den USA: Rainbow Loom. Es handelt sich um ein Bastelkit, mit dem Klein und Groß dieser Tage farbenfrohe Armbänder, Ringe und Gürtel aus Mini-Gummibändern knüpfen. Über 1,2 Millionen Kits hat Erfinder Cheong Choon Ng bereits verkauft und sich bei einem Stückpreis von knapp 19 Dollar auch gleich ein hübsches Sümmchen eingespielt. Nachdem sowohl der Hype als auch die Feiertagssaison aber gerade erst gestartet haben, dürfte der findige Ingenieur, der das Bastelspiel ersonnen hat, um seinen Töchtern zu imponieren, noch lukrativeren Ergebnissen entgegensehen. Rainbow Loom gibt es schon seit 2010. Wirklich erfolgreich wurde die Marke aber erst mit dem richtigen Marketing.

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Experiential Marketing mit viraler Zugkraft. 2 Beispiele

Haben Sie schon mal überlegt, warum dieser Tage so viel auf Flughäfen geworben wird? Die Vorliebe für den Standort kommt offenbar nicht von ungefähr: “Passagiere erzählen gerne von ihren Reiseerlebnissen, besonders wenn diese beeindruckend oder denkwürdig sind“, erklärt Henry Mason von TrendWatching.com. Deshalb, so der Chef der globalen Marktforschung weiter, würden Flughafen-zentrierte Kampagnen auch überdurchschnittliche hohe virale Erfolge erzielen. Für Werbetreibende seien Flugpassagieren die ideale Zielgruppe, schwärmt auch Steve Cox. Sie verfügten in der Regel über ein überdurchschnittlich hohes Einkommen, trügen im Allgemeinen Smart Phones und/oder Tablets bei sich und stellten, ob der geschlossenen Umgebung, die klassische „captive audience“, die sich Marken erträumen, so der Managing Direktor von  JCDecaux. Nachstehend zwei besonders flotte Flughafenkampagnen.

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US-Handelskette bittet abtrünnige Kunden um Verzeihung und eine zweite Chance

Eine neue Kampagne spaltet dieser Tage die Gemüter der amerikanischen Verbraucher. Es handelt sich um den Clip von JCPenney, der arg-in-Bedrängnis geratenen Einzelhandelskette, die letztes Jahr tiefgreifende Veränderungen eingeführt hatte, daraufhin katastrophale Einkaufsrückgänge verzeichnen mußte und schließlich den verantwortlichen CEO entließ. Kontrovers ist die Werbung nicht ob ihrer Aufmachung, sondern ob ihrer Botschaft. Diese kommt nämlich einer reumütigen Entschuldigung gleich.

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Weibliche Schönheit zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit

Erinnern Sie sich noch an die “Real Beauty”-Kampagne von Dove? Sie ist vor einigen Tagen in die nächste Runde gegangen.  Der Schönheitsmittelhersteller hat Gil Zamora, einen Phantombildzeichner der FBI, beauftragt, Skizzen von sieben Frauen anzufertigen. Und zwar jeweils, ohne sie zu sehen und jeweils gleich in zweifacher Ausgabe. Einmal stützt er sich bei seiner Arbeit auf die Beschreibung der Frauen selbst, ein anderes Mal auf jene fremder Beobachter. Der Prozess und die verblüffenden Ergebnisse sind auf Video festgehalten.  Das sieht so aus:

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Virale Werbehits, oder was uns heute online fasziniert

Werbeclips werden jetzt immer aufregender. Vorbei die Zeiten, in denen Hersteller einfach nur die Ästhetik, Funktionalität und Leistungskraft ihrer neuesten Modelle vorführten. Jetzt erzählen sie Stories, die überraschen und amüsieren. Sie betreiben Content Marketing und schaffen sich damit ein wachsendes,  engagiertes Publikum. Pardebeispiel: Pepsi und Renault. Pepsi hat kürzlich mit  dem amerikanischen NASCAR Rennfahrer Jeff Gordon in folgender Werbung einen beispiellosen viralen Hit gelandet. Das Video verzeichnete innerhalb einiger Tage über 30 Millionen Hits (davon 10 Millionen innerhalb eines einzigen Tages). Der Clip zeigt, wie Jeff Gordon sich als “Nerd” verkleiden lässt und  einen ahnungslosen Autoverkäufer zu einer für ihn wohl ewig unvergesslichen Probefahrt einlädt.

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Social Media Buzz generiert bei Coca Cola NICHT mehr Sales

Online Buzz zeitigt bei Coca Cola keine messbaren Auswirkungen auf kurzfristige Verkaufszahlen. Suchmaschinenmarketing, online Display- und TV-Werbungen schneiden hingegen besser ab. Am allereffektivsten erweisen sich aber Printwerbungen. Mit diesen überraschenden Ergebnissen – vor allem für ein Unternehmen, das mehr als 61 Millionen Facebook Fans hat — wartete Eric Schmidt (nein, nicht von Google!)  letzte Woche auf. Der Coca Cola Marketing-Experte, der die Ergebnisse einer In-House Studie bei der  Re:Think 2013 Konferenz  zum Besten gab, bat das Publikum aber gleichzeitig auch, seine Ausführungen nicht überzubewerten. Schließlich würden sie sich lediglich auf eine bestimmte Markenreihe in einem bestimmten Segment der Verkaufsgüterindustrie beziehen.

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Taten, Worte, und was sonst noch laut spricht

Vor einigen Jahren machte ein ergreifendes YouTube -Video die Runde. Es zeigt einen blinden Mann, der an einem regnerischen Tag auf dem Boden sitzt und um Almosen bittet. Diese treffen allerdings nur spärlich ein — bis eine junge Frau auftaucht und dem armen Bettler mit mehr als nur ein paar Cents aushilft. Sie nimmt einfach kurzerhand einen Stift zur Hand und schreibt ihm ein neues Pappschild. Und siehe da: Die Münzen regnen nur so auf ihn herab. Was sie denn mit dem Schild getan habe, will der Mann wissen. Sie habe das Gleiche geschrieben, beteuert sie, nur eben mit anderen Worten. Anstatt: „Ich bin blind. Bitte helft mir!“ ist tatsächlich nun Folgendes zu lesen:“Es ist ein schöner Tag, und ich kann ihn nicht sehen.” Das Video, das über 16 Millionen Ansichten generiert hat, wird immer wieder zitiert, um die Macht der Worte zu illustrieren. Für mich birgt das Filmchen aber eine ganz andere Message.

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